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Akupunktur
Akupunktur


Während in Europa die Wissenschaft in den letzten 100 Jahren begann den menschlichen Organismus immer mehr in seine funktionellen Einzelteile zu zerlegen um Verfahren und Geräte zu entwickeln und diese zu analysieren, blieb die ganzheitliche Betrachtung des System Mensch in seinem Denken und Fühlen den Patienten zunehmend versagt.

In der frühen Entwicklung der chinesischen Medizin fehlten moderne Geräte und Untersuchungsmethoden, daher suchte man nach Gedankenmodellen, die das Zusammenspiel der Kräfte der Natur im menschlichen Körper anschaulich machen konnten. Man schuf
ein empirisches Modell, das den Menschen als ein individuelles Ganzes verstand, als eine untrennbare Einheit von Körper, Geist und Seele.

Nach der traditionell-chinesischen Philosophie fließt die Lebensenergie, das CHI, dass im Körper durch Luft und Nahrung entsteht in Leitbahnen, den sogenannten Meridianen und versorgt die zugehörigen Organe und die auf der Leitbahn befindlichen Strukturen um deren Funktion optimal zu ermöglichen. Fließt das CHI gleichmäßig in ausreichender Menge, herrscht Ordnung und Harmonie in den Leitbahnen, so dass Gesundheit und Wohlbefinden die Folge ist.

Nach Meinung der traditionellen chinesischen Medizin wird durch das Einstechen der Nadel der Fluss des CHI`s (Lebensenergie) beeinflusst. Die Akupunktur gehört zu den Umsteuerungs- und Regulationstherapien.

In der Akupunktur wird die Existenz von 361 Akupunkturpunkten angenommen, die auf den Meridianen angeordnet sind. Demnach gibt es 12 Hauptmeridiane, die jeweils spiegelbildlich auf beiden Körperseiten paarig angelegt sind, 8 Extrameridiane und eine Reihe von sogenannten Extrapunkten.

Einsatzgebiete:

Als anerkannte Indikation für eine Akupunkturbehandlung gelten chronische Schmerzen, insbesondere muskuloskelettäre Erkrankungen. Die Kosten der Akupunktur werden jedoch von der Krankenkasse nur bei chronischen Rückenschmerzen (LWS-Syndrom) und chronischen Kniebeschwerden (Gonarthrose) übernommen.

Durchführung:

Die Akupunktursitzung dauert bis zu 30 Minuten. Dabei wird der Patient ruhig und entspannt gelagert, typischer Weise liegt er oder sitzt bequem. Vor dem Einstich einer Nadel wird die Stelle und die unmittelbare Umgebung leicht massiert. Während einer Sitzung werden so wenige Punkte wie möglich gestochen. Manche Autoren geben eine Maximalzahl von 16 an, die aber in Einzelfällen überstiegen werden kann. Auch nach der Akupunktur sollte der Patient noch eine Zeit lang entspannt verharren. Eine komplette Therapie umfasst in der Regel 10 bis 15 solcher Sitzungen.

Vorteile:

Die Akupunktur ist eine weitgehende nebenwirkungsfreie Therapie.

Nebenwirkungen:

Im allgemeinen treten bei sachgemäßer Handhabung der Akupunktur kaum Nebenwirkungen auf.

Einige Nebenwirkungen können sein: 

  • Die Ausbildung eines Hämatoms an der Einstichstelle.

  • Bei bestimmten Punkten oder Punktkombinationen kann es dem Patienten schwindelig werden.

  • Taubheitsgefühl im Bereich des Einstichortes.

Gegenanzeigen:

Es gibt verschiedene Gruppen von einer Akupunkturbehandlung abgeraten wird, wie zum Beispiel: 

  • Menschen mit Erkrankungen der Haut (Ekzeme, Nesselsucht, Dermatitis).

  • Menschen mit bestimmten Nervenerkrankungen und Sensibilitätsstörungen der Haut (Polyneuropathie).

  • Menschen mit bestimmten schweren psychischen Erkrankungen.

  • Menschen mit schweren ansteckenden Erkrankungen.

  • Menschen mit niedrigem Blutdruck oder Kollapsneigung sollten während der Akupunkturbehandlung liegen und sich danach eine Weile ausruhen.